26 & 27 Juni

Wir beginnen uns einzuleben hier auf dem Bauernhof. Das Frühstück gibt es von 8:30 bis 10 mit allem was man braucht. Besonders lecker, frische Backwaren und Joghurt.

Dann geht es mit einem guten Buch oder mit einem Podcast auf den Ohren an den Pool. Hier lässt sich auch die Hitze aushalten, ab und zu mal abtauchen, obwohl auch der Pool nicht mehr wirklich kühl ist.

Am ersten Abend organisiert die Gastgeberin Lucia ein kleines Wein-Tasting, das lassen wir uns natürlich nicht zwei Mal sagen. Eigentlich sollte es zweimal die Woche richtig Essen geben hier auf dem Bauernhof, der Koch ist aber leider krank. Also gibt es Wein, Bruschetta, Tomate und Mozzarella, und Tasting des hauseigenen Olivenöls. Das Ganze in geselliger Runde mit den 10 anderen Gästen des Bauernhofes. Niederländer, Belgier, eine Amerikanerin und wir. Eine bunt gemischt Truppe und ein echt schöner Abend.

Der nächste Tag läuft genauso ab. Wir verbringen viel Zeit am Pool und kommen endlich mal in unseren Büchern voran.

Am Abend gegen 18 Uhr, nach der Siesta, machen wir uns auf nach Volterra. Es ist quasi um die Ecke, was hier bedeutet eine 30 minütige Autofahrt entfernt. Aber es lohnt sich. Volterra ist ein wirklich schönes kleines Bergdorf mit engen Gassen und wahnsinnigen Panorama. Dadurch das wir recht spät waren, war die Stadt schon ziemlich leer und wir genossen die mittlerweile auch etwas kühlere Luft. Zum Abendessen kehrten wir einfach irgendwo ein und stellten fest: hier in der Gegend scheint viel Wild gegessen zu werden. Es gab die verschiedensten Wildgerichte, alle klangen sehr lecker. Für mich gab es deshalb einen Secondi Piatti aus einem groben Gulasch und für Lisann hausgemachte Nudeln mit Wildschwein Ragú alla Nonna. Beides sehr lecker! Dazu noch gemischtes Gemüse: Caponata. Mit Pinienkernen und Rosinen. Und in Kombination mit dem Foccacia vorher, dass wir für eine kleine Vorspeise hilten auch absolut genug. Insgesamt ein gelungener Trip!

Kleiner Aufreger auf der Heimfahrt. Wir fuhren die echt einsame Landstraße entlang (so wie alle Straßen hier sind) und ein Auto stoppte uns, um uns auf einem betrunkenen E-Scooter Fahrer aufmerksam zu machen. Ein paar Meter weiter entdecken wir den armen Mann im Graben… Nur die Beine waren noch zu sehen. Also anhalten und nachschauen. Ihm ging es bis auf die zu große Menge an Alkohol aber gut. Zum Glück konnten wir noch zwei weitere Autos anhalten, die zumindest genug italienisch sprachen um Polizei und Krankenwagen zu rufen. Liegen lassen konnten wir ihn ja nicht. Problem war nur, bis Polizei und Krankenwagen da waren hatte sich der Betrunkene erst halb mit einem der Ersthelfer geprügelt, weil der ihn nicht zurück auf seinen E-Scooter lassen wollte und ist dann letztendlich doch mit dem Scooter abgedüst. Jetzt wollte sich keiner mehr mit ihm anlegen. Die nette Dame, die die ganze Zeit mit dem Notruf telefonierte um zu erklären was Sache war, konnte kein Englisch aber mein Italienisch reichte um am Schluss zu verstehen: wir können gehen, die Rettungskräfte haben den Betrunkenen irgendwo weiter vorne auf der Straße aufgegabelt.

Haben wir doch am Abend noch richtig was erlebt. Zum Glück alles gut ausgegangen und immerhin nicht nur Füße hoch hier 😄

Während ich diese Zeilen hier jetzt schreibe, am frühen Morgen hört man hier nur die Grillen zirpen (oder was auch immer das für Tiere sind), ab und zu mal einen Vogel und jede Menge Bienen, Hummeln und Vespen (ah und ab und zu ganz leise Lucia die gerade den Pool sauber gemacht hat). Dabei hab ich einen wunderbaren Blick auf die Toskana, das ganze ist hier wie im Bilderbuch. Verrückt dass es das nicht nur auf Fotos gibt, sondern das sieht wirklich so aus. Mal sehen ob es auch bei 39 Grad noch so schön ist.