Der Montag morgen startet wieder früh, denn es steht großes vor der Tür. Kobe ruft. Denn die Entscheidung für den heutigen Tagesausflug ist gegen Osaka (da waren wir letztes mal) und für Kobe gefallen. Also früh los zur Kyoto Station (natürlich wie immer mit Zwischenstopp im kleinen Supermarkt wo wir uns für 6! Euro drei Dinge zum Frühstücken und einen Kaffee holten).

An der Kyoto Station sollte es erstmal mit Vorbereitungen des nächsten Reisetages nach Kanazawa weiter gehen. Die Tickets mussten gekauft werden. Am Automaten ging das nicht, aber die nette Dame am Schalter löste das Problem ratzfatz ohne mit der Wimpern zu zucken. In 5 Minuten hatten wir unsere Tickets in der Hand.
Nach Kobe konnte wir dagegen ohne Tickets mit unsere IC-Karte Pasmo fahren. Einer Karte im Checkkarten Format die für viele Busse und Bahnen in ganze Japan funktioniert. Die Einzelfahrt kostet 1100 Yen, also knapp 7 Euro. Für 45 Fahrtzeit ist das sehr günstig.
Dort angekommen verpassten wir vor lauter Müdigkeit erstmal die eigentliche Haltestelle, aber kein Problem. Voller Tatendrang liefen wir den kleinen Umweg einfach (das sollten wir am Ende des Tages bereuen), aber immerhin ging es unter anderem durch eine schöne Tempelanlage. Wir erreichten den angepeilten Garten Sorakuen, für 300 Yen Eintritt kann man hier eine Runde drehen. Ein wirklich sehenswerter japanischer Garten inmitten von Kobe.





Weiter ging es nach Kitano, dem bekannten Viertel mit Herrenhäusern aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sehr sehenswert aber durch den westlichen Stil des Viertels vielleicht eher bei den Japanern beliebt als bei uns. Wir genossen in einem sehr schön gelegenen Starbucks (der hier zu den Attraktionen gehört, weil in einem solchen Herrenhaus gelegen), ein kühles Getränk, die 30 Grad machten uns langsam zu schaffen. Aber weiter.






Wir erreichten das nächste Ziel, die Seilbahn (irgendwie haben wir es in diesem Urlaub mit Seilbahnen, ist ja fast wie in den Bergen (Witzigerweise wurde diese Seilbahn auch in/oder durch Österreicher gefertigt)). Der Blick über Kobe und auf das Meer war wirklich sehr schön.



Oben erwartete uns erstmal ein deutsches Dorf.





Weiter ging es dann zum Glück in den Herb Garden. Ein herrlich gepflegter Garten mit allerlei Pflanzen, mich begeisterten vor allem die Kräuter am Anfang, später gab es aber auch alles mögliche an Blühendem. Der Garten war unterhalb der Seilbahn am Hang gelegen, sodass man ihn entspannt nach unten durchschländern konnte. Unterwegs gab es ein Gewächshaus, mit Terrasse und Getränken, sowie einem Kräuter-Fußbad welches wir natürlich direkt nutzten. Dann ging es weiter zur Mittelstation und von dort nach unten.











Der Tagestrip war aber noch lange nicht vorbei, mit der Bahn ging es Richtung Meer. Leider nur in Richtung den Rest mussten wir wiederum zu Fuß gehen. So erreichten wir den Hafen trotz kurzer Stärkung unterwegs leicht entkräftet. Die Sonne und die Meeresbrise gaben aber neue Kraft.




So ging es noch Richtung Harbourland einem Einkaufsviertel mit verschiedensten Einkaufscentren. Das Riesenrad dort bestaunten wir aber nur von außen (ein Teil der Häuser nebenan war sowieso höher). Geshoppt wurde ebenfalls nur wenig aber kleine Dinge fanden den ganzen Tag den Weg in unseren Rucksack (der war am Schluss auch echt schwer).




Die Anstrengungen des Tages hinterließen ihre Spuren und die Stimmung wurde doch etwas schlechter, wir wollten bereits zurück nach Kyoto aufbrechen als wir die Menschenmengen auf dem Bahnsteig sahen – es war 18 Uhr und damit Rushhour. Wir drehten also vor dem Bahnhof ab und suchten uns dort etwas zu Essen.
Wir landeten, ebenfalls wieder durch Hilfe von Google Maps in einem kleinen Familienrestaurant in Bahnhofsnähe. Oma stand hinterm Herd, Mama bediente und die noch junge Tochter saß an einem der Tische und spielte am Handy. Währenddessen lief scheinbar eine klassische Abendsendung im Fernseher. Der Laden war um diese Uhrzeit nur spärlich besucht und wir wurden nett empfangen. Das Übersetzungsprogramm funktioniert ebenfalls, denn auf Englisch war hier nichts. Das Essen war sehr lecker und genau das richtige nach so einem Tag.

Nach dem Essen bekamen wir sogar noch einen Keks für die weitere Reise geschenkt. Einfach sehr nett die Japaner!
Mit neuer Kraft wollten wir doch noch etwas von Kobe sehen und der Plan war durch die große Einkaufsstraße zur nächsten Haltestelle zu laufen. Unterwegs wurde noch schnell ein Film für die analoge Kamera gekauft (die hier überraschenderweise deutlich teurer sind als in Deutschland) und natürlich mussten auch noch zwei T-Shirts den Weg mit ins Hotel antreten. Durch Zufall durchquerten wir auch noch das bekannte Chinesische Viertel, wo es sehr leckere Sesambällchen gab und weniger leckere Pekingente.







Aber jetzt ab in Richtung Bahnsteig und zurück nach Kyoto. Wir bekamen zum Glück einen Sitzplatz und kamen um 22 Uhr im Hotel an. Der Tag war aber nicht nur lang sondern auch anstrengend, am Schluss sprach mein Handy von 29000 Schritten und knapp 22 Kilometern. Die Füße sind platt und wir jetzt zum Glück im Bett.

