Der 02.10 bedeutet die Abreise aus Kyoto. Sehr sehr schade, denn heute scheint hier die Sonne und es sind 30 Grad gemeldet. Trotzdem verlassen wir eine der wahrscheinlich schönsten Städte der Erde und reisen zuerst zum Bahnhof. Denn alle unsere Reisetage folgen einem klaren Muster.
- Check-out: wie immer problemlos, Schlüsselkarte in die Box und los geht’s
- Fahrt zum Shinkansen Bahnhof. Mit der S- oder U-Bahn geht es zum Bahnhof. Ebenfalls, wenn man sich an die Aufzüge hält und etwas Zeit einplant kein Problem (vor allem um halb 10 wenn die Rush Hour vorbei ist)
- Am Bahnhof angekommen ein kurzer Check wo die eigentlich Bahn abfährt.
- Dann geht’s zum Frühstück, einen Kleinigkeit zur Stärkung muss sein.
- BENTO-Box. Das wohl wichtigste für eine Reise in Japan, die Bento Box. Alle größeren Bahnhöfe haben ein Einkaufszentrum direkt angeschlossen. In diesem kann von Parfüm über Klamotten und normalen Lebensmittel alles gekauft werden und eben auch die praktischen Lunchboxen zum mitnehmen. Ob warm oder kalt und unterschiedlichst gefüllt ganz nach Geschmack. Preislich zwischen 5 und 15 Euro. Das muss für die Fahrt sein.
- Der richtige Platz. Der Weg zum Bahnsteig ist gerade bei Shinkansen gut ausgeschildert und einfach zu finden. Also hin da und den richtigen Platz am Bahnsteig finden. Denn hier bekommt man vorher seine Wagennummer gesagt und auf dem Bahnsteig ist jeder Wagen ausgeschildert. Wenn man richtig steht hält der eigene Sitzplatz direkt vor der Nase. Umgekehrte Wagenreihung oder halbe Züge gibt es hier nicht.
Deshalb war unsere Fahrt wie immer sehr entspannt. So blieb Zeit die ein oder andere Bento Box und dazugehörige Snacks zu verdrücken. Natürlich haben wir unseren Hunger etwas überschätzt weil alles so lecker aussah.



In Tsugara mussten wir dann umsteigen. Durch die leichte Verspätung (3 Minuten) des ersten Zuges wurde es etwas knapp. So eilten wir durch den Bahnhof (ein Teil von uns stürzte noch fast über seinen dann doch etwas schweren Koffer) und erreichten den Zug dafür aber sehr entspannt. Die Plätze waren wie immer geräumig und bequem und wir nutzen die Zeit um für die Zuhausegebliebenen Postkarten zu schreiben (ich entschuldige mich bereits für die Schrift, der Zug hat gewackelt).

Kanazawa erreichten wir dann erholt und mit einigen erledigten Dingen. Uns wehte am Bahnhof direkt eine Meeresbrise entgegen und die 30 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit aus Kyoto waren auch verflogen. Deshalb erstmal ins Jäckchen schlüpfen, welches wir in Kyoto noch als unnötigen Ballast ausmachten.

Im Hotel konnten wir noch nicht einchecken, also ging es noch eine Stunde um den Block. Wir entdeckten die nahegelegenen Schreine und den Ausläufer der Burgparks, ebenfalls mit Schrein. Hier gab es einen Talisman für jedes Problem und wir mussten bei dem ein oder anderen zuschlagen.




Dann war die Zeit gekommen und wir durften ins Zimmer, das ließen wir uns nicht zweimal sagen und versuchten uns an einem kurzen Mittagsschlaf. Gelang uns hervorragend. Denn das Zimmer ist im Gegensatz zu Kyoto sehr geräumig und wirklich luxuriös.
Gut ausgeschlafen ging es dann nochmal nach draußen. Das Wetter begrüßte uns mit etwas Nieselregen und die angesteuerte Essensstraße hatte um 18 Uhr bereits geschlossen. Also noch ein bisschen die Füße vertreten, Blick in das ein oder andere Einkaufszentrum. Hier gab es sogar klassisch deutsche Literatur im Second Hand Laden.






Dann auf zu einem Lokal welches wir vorher online gefunden hatten. Joining in Kanazawa. Hier begrüßte uns der Wirt sehr freundlich in seinem kleinen Laden und am Nachbartisch (bei zwei Tischen im Lokal) feierten Japaner einen Geburtstag. Dabei waren die sonst so ruhigen Zeitgenossen überraschend laut, was der Wirt direkt kommentieren musste. Für uns gab es dann westliche Küche japanisch interpretiert. Alles sehr lecker! Vor allem als wir nach einer Empfehlung für noch einen kleinen Snack fragten und dann Pasta Napolitan empfohlen bekamen waren wir überrascht. Gerechnet hatten wir mit Nudeln mit italienischer Tomatensoße, wir bekamen aber ein „typisch“ japanisches Gericht. Spaghetti mit Ketchup, Speck, Zwiebeln und Paprika. Highlight waren zudem die French Fries carbonara. Kartoffelecken mit gefühlt echter Carbonara Soße! Sehr lecker.





Nach dem Essen und den dazu passenden Highballs ging es zurück ins Hotel, mit Zwischenstopp für Getränke und Snacks im Family Mart. So endet mal wieder ein Reisetag. Mal sehen was Kanazawa morgen so zu bieten hat (ich darf vorwegnehmen: Regen)