2809 schreine soweit das auge reicht

Der heutige Tag begann früh. Um 6 Uhr klingelte der Wecker, denn wir wollten vor den Touristenmassen am Fushimi Inari Schrein sein. Um 6:45 ging es los und um 7:15 waren wir da und das schon nicht ganz alleine. Zum Glück war es noch aushaltbar und so machten wir uns auf den Weg über das ruhige Tempel Gelände und die dazugehörigen (sehr bekannten) roten Tore. Beeindruckend wie viele es davon gibt. Wir hatten ein paar Möglichkeiten das ein oder andere schöne Bild zu machen und es etwas zu genießen. Leider nicht allzu lange den man merkte wie die Menschenmenge größer wurde. Immer stand man irgendwo im Bild oder irgendjemand stand einem im Bild. Die Ruhe war sowieso dahin. Also schnell noch ein paar Bilder beim Runtergehen machen und den touristischen Schrein hinter uns lassen. Haben wir jetzt ja gesehen.

Da ist man dann wirklich nicht ganz alleine

Von hier ging es einmal quer durch die Stadt. Zum Saiho-Ji Tempel, einem buddhistischen Tempel der auch der Moos Tempel genannt wird. Nachdem wir viel zu früh mit dem Bus ankamen genehmigten wir uns einem Kaffee in einem kleines Kaffeehaus, mit sehr freundlicher Bedienung und sogar Plätze draußen direkt am Bambuswäldchen.

Was man hier nicht alles bekommt

Dann blieb noch Zeit für einen Tempel in der Nähe, in Kyoto gibt es die zum Glück wie Sand am Meer. Unsere Wahl fiel, nach kurzer Google Recherche, auf den Jizoinsanmon (山門). Ein ebenfalls buddhistischer Tempel, mit Bambuswald und kleinem Gelände. Sehr idyllisch, sehr ruhig, da wir auch die einzigen Besucher zu diesem Zeitpunkt waren. Durch die Vielzahl an Tempeln sind kleinere etwas abseits der Touripfade gelegene oft menschenleer. Wir wurden freundlich empfangen und genossen die Ruhe.

Der Bambuswald spielt Musik
Himmlische Ruhe im buddhistischen Tempel

Dann rief uns die Uhr zur Rückkehr zum Saiho-Ji, wir hatten für 11 Uhr ein Ticket reserviert, für nicht ganz billige 4000 Yen p.P (ca. 25€). Die Empfehlung dazu gab uns unser Hotel. Besonderheit hier ist (neben dem sehr hohen Preis für den Eintritt, normaler Tempel Eintritt sind ca. 500 Yen p.P.), dass man direkt ins Tempelleben „eintauchen“ kann. Jeder Besucher erhält die Möglichkeit ein Sutra zu kopieren. Das ganz im Stillen in Mitten der Tempelanlage. Natürlich war typisch japanisch auch hier alles durchgeplant und man wurde von Station zu Station geschickt. Am Ende hielten wir beide aber ein selbstgeschriebenes Sutra in den Händen und haben zumindest ein bisschen darüber meditiert. Dann ging es weiter zum Highlight des Tempels, dass ihm den Beinamen Moos Tempel verleiht. Der Moosgarten. Einfach wunderschön, komplett mit Moos bewachsen und durch den reglementierten Einlass waren kaum Besucher da. Ich denke die folgenden Bilder sprechen für sich.

Nachdem wir den Moos Tempel hinter uns gelassen haben, ging es weiter zu einem Highlight des letzten Jahres. Das konnten wir uns dieses Jahr nicht entgehen lassen. Der für uns sehr schöne Tempel Jojakkoji ca. 15 Minuten Busfahrt und dann 20 Minuten Fußweg (leider mitten durch die sehr touristische Fußgängerzone von Arashiyama) entfernt vom Moostempel. Angekommen erkannten wir ihn direkt wieder, doch der Sommer hatte seine Spuren hinterlassen, alles war viel grüner und fast noch schön als im letzten Spätwinter. Wir gingen wieder zum höchsten Punkt und genossen den Ausblick. Witziger Weise kamen wir hier mit einem Hessen ins Gespräch der Japan vier Wochen lang nur mit einem kleinen Rucksack bereist. Man trifft die Deutschen überall.

Nach noch etwas genießen und zwei, drei Souvenirs, die wir uns nicht entgehen lassen konnten, ging es dann für eine Pause zurück ins Hotel. Der Tag war ja jetzt auch schon 10 Stunden alt und wir wollten den Abend auch noch auswärts verbringen. Eine gute Stunde Akkus aufladen und dann ging es noch einmal raus in den nächsten Izakaya für leckere Getränke und gutes Essen. Wieder auf Empfehlung des Hotels und wieder wurden wir nicht enttäuscht. Ein Laden hauptsächlich gefüllt mit Einheimischen, aber sehr offen zu Touristen und direkt mit Englischer Karte / Englischer Verständigung. Bestellt wurde hier direkt am Handy, wiederum mit QR-Code. Da fällt mir ein, so bekamen wir auch die Tickets für den Tempel heute Vormittag. Eine E-Mail mit QR-Code, die Japaner sind uns da etwas vorraus. Im Izakaya ließen wir jetzt den Abend ausklingen und machten uns dann auf den Heimweg. Ein kurzer Stopp beim Supermarkt, um für Getränke und Snacks zu sorgen und Stopp in der Hotel-Lobby um deren Spielekonsole endlich zu testen. Dann fielen wir müde ins Bett.